New York: Vier Tage „Sex and the City“

New York. Der Big Apple. Big City Lights strahlen von allen Straßen und Ecken auf mich – zumindest würden sie das tun, wäre ich in einer Dailysoap oder einer bekannten US-Serie. Aber das bin ich nicht. Ich werde nicht mit einem Taxi abgeholt, fahre nicht an Gucci, Prada und Manolo Blahnik vorbei und remple auf der 5th Avenue meinen Traummann an. Nein. Ich quetsche mich mit gefühlten 1.000 anderen Menschen, die alle in der Maschine von Miami nach New York saßen, durch die Schleusen. Endlich draußen angekommen geht es zur Metro. Kurz ein Ticket gezogen und schon sitze ich in einem Wagon Richtung Harlem, wo das Hostel ist.

You get what you pay for

Dort angekommen erfolgt auch problemlos der Check-in. Nach dem Motto „You get what you pay for“ ist die Dame hinter dem Tresen weniger gewillt mich mit New York Insider Tipps zu versorgen. Schließlich habe ich auch nur ein Zimmer gebucht und keinen City Guide.
Also machen wir uns voller Tatendrang und mit meiner Kamera ausgerüstet auf in den Central Park, der grünen Lunge New Yorks. Es ist mittlerweile schon nach Mittag. Die Sonne setzt den Central Park in wunderschönes Licht. Enten schwimmen im Teich, Dogwalker gehen mit fünf und mehr Hunden spazieren, Kinder laufen eis. Nach einer Woche Miami bei durchschnittlich 30°C täglich eine willkommene Abwechslung. Schließlich haben wir November. In Österreich sind die Wiesen und Felder, die Straßen und Städte schon längst mit Schnee bedeckt.

Die grüne Lunge New Yorks

Auf zur Freiheitsstatue!

In New York allerdings zeigt sich der Winter gnädig. Es ist ein angenehmer Tag bei Plus-Graden. Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch den Central Park fällt dann die Entscheidung, die Staten Island Fairy zu nehmen und kurz der Freiheitstatute „Hallo!“ zu sagen. Die Metro der Wahl beim Central Park ist die Linie 3, Station Central Park North. Sie bringt uns Richtung Downtown Manhattan. Irgendwo auf der Linie sollte man dann in die Linie 1 wechseln. Beide laufen einige Stationen lang parallel. Die Endstation der Linie 1 ist South Ferry Whitehall, und somit auch unser Ziel.

Vom Hunger geplagt muss die Fähre aber noch auf uns warten. Wir entscheiden uns für einen Luxusimbiss auf vier Rädern. Zumindest der Preis ist ein Luxus: 10 Dollar für einen Hotdog und eine Cola.

Gestärkt betreten wir das Fährgebäude. Ganz schön voll. Klar, mittlerweile ist es auch nach 17 Uhr, und auch die New Yorker haben einmal Feierabend und nutzen die Fähre, wofür sie gedacht ist: Als Transportmittel, um nach Hause zu kommen.

 

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Wir mischen uns unter die Menge und warten ca. 10 Minuten, bis wir auf die Fähre dürfen. Unser Platz soll ganz hinten auf dem Deck sein. Langsam setzt sich die Fähre in Bewegung und die 30-minütige Show beginnt. Mit jedem Meter, den wir uns von New York City in Richtung Staten Island bewegen, wirkt der Big Apple kleiner und überschaubarer.

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Die Sonne strahlt auf die Wolkenkratzer der Stadt, die niemals schläft, und taucht sie in goldenes Licht. AH-MAAA-ZING! Meine Kamera legt einen Klick-Sprint hin.

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Viel Zeit zur Erholung bleibt meiner Kamera aber nicht. Es wird Zeit der Freiheitsstatue zu winken. Natürlich gibt es auch immer noch die Möglichkeit, eine Tour zur und auf die Freiheitsstatue zu buchen. ABER: Während meines New York Aufenthalts wurden an der Freiheitsstatue gerade Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Dementsprechend konnte man gar nicht rauf. Weiters ist die Tour im Gegensatz zur Staten Island Fairy nicht kostenlos und mit bis zu vier Stunden Wartezeit verbunden. Zeit, die ich mir bei meinem 4-Tage-Aufenthalt in New York nicht nehmen wollte.

Freiheitsstatue

Nach 30 Minuten ist die Überfahrt dann auch zu Ende. Wer schnell ist – und zu diesem durchaus sportlichen Teil der Menschen zähle ich mich, zumindest im Land der Burger – kann auch problemlos die gleiche Fähre wieder zurück nach New York City nehmen. Ansonsten muss man eine kurze Wartezeit in Kauf nehmen.

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Wieder auf der Fähre setzt der Sonnenuntergang ein. JACKPOT! New York und die Freiheitsstatue bei Tageslicht zu sehen war schon faszinierend. In der Abendröte sieht die Freiheitsstatue noch Eindrucksvoller aus. Wieder: Fotoflash. Die Freiheitsstatue, die Skyline mit all den Wolkenkratzern und den Schauplätzen aus Serien und Filmen. Als das macht New York zu einer für mich eindrucksvollen Stadt. Der Funke ist übergesprungen.

Freiheitsstatue_2

Looking for a Thanksgiving Dinner

Wieder im Big Apple angekommen schlendern wir zur Metro. Next Stop: Times Square. Die Fährenfahrt hat lange gedauert, es ist bereits nach 19 Uhr. Der viel zu teuere und viel zu kleine Hotdog ist verdaut. Zeit, richtig amerikanisch essen zu gehen. ABER: Es ist Thankgsgiving.

Wenn man an Thanksgiving in den USA ist, muss man auch ein echtes Thanksgiving Dinner essen. Mit Kürbissuppe, Truthan mit Mashed Potatoes, grünen Bohnen und einer dunklen Sauce. Und als krönenden Abschluss natürlich ein großes Stück Pumpkin Pie.

So war zumindest der Plan. Es war aber gar nicht so einfach ein Restaurant zu finden, dass so ein Festmahl serviert. Apple Bee’s zum Beispiel hatte bereits alle Thanksgiving Dinner verkauft. Und an einem so besonderen Tag in einen Burgerladen gehen? Geht gar nicht!

30 quälende Minuten später standen wir dann vor der Heartland Brewery. Wir haben tatsächlich ein kleines Stückchen Himmel auf Erden gefunden. Etwas abseits vom Times Square. Die Heartland Brewery ist ein – wie wir in Wien sagen würden – uriges Beisl. Und HURRA, Kürbissuppe, Truthhan, Pumpkin Pie standen noch auf der Speisekarte – unser ersten Thankgsgiving war gerettet.

Im Vergleich zum Hotdog war das Menü extrem günstig. Und lecker. Die Kürbissuppe war wirklich eine riesen Portion. Als Zwischengang gab es noch einen Salat mir Kürbiskernöl und gerösteten Kürbiskernen. Die Hauptspeise bestand ganz klassisch aus zwei Scheiben Truthahn, Mashed Potatoes, grünen Bohnen und Truthahn-Fülle. Klar, Mashed Potatoes aus Süßkartoffeln sind so eine Sache, aber geschmacklich zumindest sehr interessant.

Thanksgiving_2

Als der letzte Bissen Pumpkin Pie gegessen und der letzte Schluck Filterkaffee getrunken war, schlenderten wir gemütlich zurück zur Metro.  Auf dem Weg dorthin ließen wir uns von den großen Werbebannern und den vielen Menschen auf dem Times Square beeindrucken. Aus dem ursprünglichen Funken wird ein Feuer.

Später haben wir dann erfahren, dass die Heartland Brewery ein echter Geheimtipp ist – ihr kennt den Tipp ja zum Glück jetzt schon! 😉

Home sweet Home…

Gegen 22 Uhr waren wir dann im Hotel. Etwas duchgefroren aber satt und glücklich. Die wirklich sehr gute Heizung in unserem Zimmer – wir hatten mindestens 30° – hat uns gleich ein Gefühl von „Daheim“ vermittelt. Selten habe ich eine so erholsame Nacht in einem Hotelbett verbracht.

Mein Fazit des ersten Tages: Die Fährenfahrt unbedingt bei Abenddämmerung machen. Vielen Dank an dieser Stelle an Pentax für meine tolle DSLR – ohne sie wäre der Blitzflash nur halb so erfolgreich gewesen. 😉 Und die Heartland Brewery ist Treffer mitten ins Herz!

New_York_3

Da musst du hin:

HEARTLAND BREWERY
Times Square
127 W. 43rd St.
646.366.0235

3 Kommentare

  1. Pingback: Thanksgiving Dinner in New York | Stories & Places

  2. Hey hallo Tami,

    schön, dass du auf meinen Blog gefunden hast, den so habe ich auch deinen entdeckt. 😀 Gefällt mir sehr gut und ich muss mich erst mal durch die NY Posts lesen.
    Leider war ich noch nie in New York, aber irgendwann will ich da auch irgendwann mal hin. Lustigerweise war ich zur Thanksgiving Zeit auch gerade in Amerika und wurde freundlicherweise von einem Arbeitskollegen und seiner Frau eingeladen. Wow. Obwohl wir nur zu viert waren, war es soooo lecker und soooo viel. ^_^

    Liebe Grüße
    Christina

    • Hallo Christina,

      danke für das Kompliment und schön, dass du vorbei schaust! 🙂
      Ich finde es total faszinierend, dass Thanksgiving in den USA wirklich so abläuft, wie es in Serien und Filmen vermittelt wird. Mit einem selbstgekochten Thanksgiving-Dinner kann aber vermutlich nicht mal die Heartland Brewery mithalten. 😉

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