Kilimanjaro: Meine Vorbereitungen

Der Kilimanjaro

Der Kilimanjaro gehört mit seinen 5.892 Höhenmetern zu einem der faszinierendsten Bergen weltweit. Völlig überraschend fragte mich mein Onkel bei einer Familienfeier im Frühling, ob ich ihn nicht beim Aufstieg begleiten möchte. Ich musste nicht lange nachdenken und sagte direkt zu. Bevor es aber auf die Reise ging, musste ich mich erst ordentlich vorbereiten. Was wichtig war, auf was man achten musste und wie ich mich entschieden habe, erfahrt ihr hier.

Wie finde ich einen guten Reiseanbieter?

Bei der Buchung des Kilimanjaro-Trips solltet ihr einen Anbieter auswählen, der vor der Besteigung des Kilimanjaro ein paar Tage für die Akklimatisation reserviert hat. Was heißt das konkret? Mit der Akklimatisierung  gebt ihr eurem Körper die Möglichkeit, sich an neue Umweltbedingungen anzupassen. Im Falle von Bergsteigen ist das die Anpassung an die Höhe. Am besten funktioniert Akklimatisierung wenn ihr höher steigt und dann wieder absteigt – und das einige Male hintereinander.

Wie fit muss ich sein?

Im Sommer starteten dann die Vorbereitungen für den Kilimanjaro. Auch wenn ich grundsätzlich fit bin, wollte ich mich trotzdem noch etwas vorbereiten. Ein regelmäßiges Lauftraining, mehr braucht es eigentlich nicht. Das empfehle ich auch jedem, der sich als nicht oder wenig fit bezeichnen würde. Durch das Laufen steigert man kontinuierlich die Kondition und lernt auch seine Grenzen kennen. Beides ist beim Bergsteigen, vor allem auch für das Erklimmen des Kilimanjaro, wichtig.

Was muss ich sonst noch beachten?

Der nächste Punkt auf dem Kilimanjaro-Vorbereitungsprogramm war die Impfberatung. Einige Impfungen müssen mehrmals durchgeführt werden. Welche Impfungen ihr genau benötigt, wir oft ihr geimpft werden müsst etc. fragt ihr am besten bei eurem Arzt oder in einem Tropeninstitut nach. Plant dafür aber einige Wochen bis hin zu Monaten ein, damit ihr die Reise dann auch sicher antreten könnt.

Gut vorbereitet ist die halbe Miete – Welche Ausrüstung benötige ich?

Ein wichtiger Puntk bei einem solchen Vorhaben wie den Kilimanjaro zu besteigen ist ohne Zweifel die Ausrüstung. Einen ersten Anhaltspunkt hat mir die Liste meines Reiseveranstalters gegeben. Da ich selbst aber noch sehr unerfahren in puncto Bergsport war, habe ich nach einer kompetenten Beratung gesucht.

Ein guter Bergschuh

Das wichtigste waren ordentliche Bergschuhe und Wanderschuhe. Wanderschuhe hatte ich bereits, Bergschuhe musste noch her. Ich habe mich dann für die Lowa Tibet Pro GTX entschieden. Der Tibet Pro GTX ist ein guter Allroundschuh für schwieriges Gelände wie den Kilimanjaro, bequem, mit einem stabilen Schaft und das alles zu einem relativ günstigen Preis.

Und was ist bei neuen Schuhen unbedingt nötig? Richtig, eingehen! Leider war der Sommer wunderschön, mit vielen Sonnenstunden und heißen Temperaturen. In kurzen Hosen, T-Shirts und mit den warmen Bergschuhen an den Füßen in der Stadt spazieren zu gehen hat durchaus den ein oder anderen Blick auf mich gelenkt. Aber was muss, das muss.

Eine weitere Notwendigkeit für die Füße sind Socken. Wenn ich eines beim Wehrdienst gelernt habe dann, dass auch Socken eingetragen werden sollten. Klingt komisch, ist es aber nicht. Einmal habe ich den Rat meines Ausbilders missachtet. Nach einem Fußmarsch von 30km wusste ich, warum er uns diesen Rat gab.

Um Blasen und Durckstellen vorzubeugen habe ich noch eine Tube Hirschtalg Creme eingepackt. Schließlich wollte ich mir durch so kleine Wehwehchen nicht den Spaß verderben lassen. So waren meine Füße also bestens versorgt und für den Kilimanjaro gewappnet.

Die Schlafsackfrage: Daunen oder Kunstfaser?

Aber ich war noch lange nicht fertig. So benötigte ich noch einen Schlafsack. Nach stundenlanger Recherche im Internet kam ich zu dem Entschluss, dass die Schlafsackfrage auf „Daune vs. Kunstfaser“ heruntergebrochen werden kann. Beide Typen haben Vor- und Nachteile:

  • Daunenschlafsäcke haben eine höhere Wärmeleistung und bieten höheren Schlafkomfort. Daunen sind außerdem von Natur aus leichter. Allerdings neigen Daunenschlafsäcke dazu, unter Einfluss von Nässe Wärmeleistung zu verlieren und im schlechtesten Fall zu verklumpen.
  • Schlafsäcke aus Kunstfasern dagegen sind meist etwas günstiger, pflegeleichter und auch nicht so anfällig für Feuchtigkeit.

Ich bin ehrlich, ich konnte mich nicht entscheiden. Das hat dann ein Freund für mich gemacht. Er hat mir seinen Schlafsack angeboten: Daune und für Minusgrade geeignet (für den Kilimanjaro auch sehr wichtig!). Danke! Sonst hätte ich mich wohl bis heute nicht entschieden.

Auf dem Kilimanjaro gibt es zwar keine Luxusbetten, aber etwas Komfort für erholsame Nächte ist trotzdem sehr angenehm. Eine Isomatte hat in meinem Zelt für diesen Komfort auf dem Kilimanjaro gesorgt. Die zusätzliche Wärmedämmung hat sich vor allem in den letzten Nächten bezahlt gemacht. Mit der aufblasbaren Version der Isomatte konnte ich sogar noch Gewicht sparen.

Was ziehe ich an?

Auf dem Kilimanjaro ist es oft windig. Deshalb habe ich mich entschlossen, eine neue Softshell Jacke zu erstehen. Diese sollte wärmen, den Wind abhalten, atmungsaktiv und wasserabweisend sein. Meine Wahl fiel auf eine Stormwall von Salewa.

Für die letzte Etappe der Kilimanjaro Besteigung ist warme Kleidung Pflicht. Deshalb habe ich mir noch eine Skihose vom Discounter gekauft. Warum vom Discounter? Da ich sie nur einige Stunden anhaben sollte, wollte ich nicht unnötig Geld ausgeben. Bei der Kälte dürfen natürlich auch warme Handschuhe nicht fehlen. 

Die üblichen Verdächtigen mussten natürlich auch mit. Kurze und lange Hosen, T-Shirts, Pullis und Co packte ich reichlich in den Seesack.

Was man sonst so zum Überleben braucht

Im sonnigen Afrika darf natürlich eine Sonnenbrille nicht fehlen. Aber auch für die Schneeflächen am Kilimanjaro wird sie benötigt. 

Ein weiteres Accessoire, das aber gerne vergessen wird, ist die Stirnlampe. In der Nacht ist es in der Natur in der Regel stockdunkel. Um auf dem Weg zum Klo nicht über die Spannseile der Zelte oder sonstige Hindernisse zu fallen, ist Licht wichtig.

Ansonsten habe ich noch Mückenschutz eingepackt. Das Gebiet des Kilimanjaro ist leider auch Malariagebiet. Aber ich wollte nicht nur die Malariaprophylaxe unterstützen sondern auch nervigen Mückenstichen vorbeugen.

Eine Reiseapotheke darf  bei der Besteigung des Kilimanjaro natürlich auch nicht fehlen. Speziell Schmerztabletten mussten unbedingt mit. Ein Mittel gegen Durchfall kam nicht in die Tasche. Im Gegenteil, in solchen Fällen erweist sich ein Abführmittel oft als die bessere Variante. Eine weitere Zutat zu meiner Reiseapotheke war Sonnencreme. Tanzania liegt nahe des Äquators, das macht den normalen Europäer besonders anfällig für Sonnenbrand. Die Aggressivität der Sonne nimmt außerdem mit der Höhe zu.

Mit einem Trolley auf den Berg?

Natürlich nicht! Ein normaler Rucksack ist für die wichtigsten Gegenstände ausreichend. Ich habe mir meinen alten Wanderrucksack mit ca. 60 l auf den Rück geschnallt. Das restliche Gepäck sollte von Trägern den Berg hinaufgeschleppt werden. Um es ihnen relativ leicht zu machen kam das unter Tags nicht gebrauchte Gepäck in einen großen Seesack.

Während in Europa Winter ist, beginnt in Afrika die Regenzeit. Um meine Ausrüstung vor Nässe zu schützen packte ich noch große Müllsäcke in meinen Rucksack.

Vollständig ausgerüstet konnte ich es kaum erwarten in den Flieger zu steigen und meine Grenzen auszutesten…

2 Kommentare

  1. Respekt – für eine solche Unternehmung sind ja einiges an Vorbereitungen notwendig. Vor allem bei der Kleidung muß man ja für alle möglichen Eventualitäten gerüstet sein.

    Mich würde interessieren, wie viel Gepäck Du insgesamt mit dabei hattest. Weiterhin viel Spaß beim Reisen!

    • Hallo Gerhard. Das Gewicht der Ausrüstung war natürlich begrenzt. Einerseits durch die Reglementierungen beim Flugverkehr, andererseits wird die Last für Träger auch begrenzt. Ich hatte den Seesack (20 kg) und Rucksack (ca. 5 kg) mit. Beide waren aber bis zum Bersten gefüllt. 😉 Die schweren Bergschuhe trug ich während des Flugs, weil sie Platz und Gewicht für andere Stücke genommen hätten.
      lg
      Max

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