Kilimanjaro: Der erste Vulkan – Mount Meru

Panorama des Mount Meru.

Willkommen in Afrika

Mit der Swiss geht es nach Nairobi, der Hauptstadt Kenias. Über den Flug selbst möchte ich nicht allzu viele Worte verlieren. Alles hat gepasst, er war angenehm und alle Gepäckstücke sind angekommen. Gott sei Dank! Das war nämlich meine größte Sorge. Von Nairobi ging es auf die ca. 300 km lange Fahrt nach Arusha in Tanzania. Bis zur ersten Bergtour dauerte es noch einen Tag. Diese freie Zeit nutzen wir um uns Arusha anzusehen und die lokale Küche zu probieren. Seit dieser Zeit bin ich Fan afrikanischer Speisen. Auf Anraten unseres österreichischen Bergführers kauften wir uns außerdem Regenschirme. Wegen er Regenzeit könnten sie sich als nützlich erweisen.

Endlich geht es los

Tags darauf war es soweit. Das Abenteuer begann. Zur Akklimatisierung stand der 4.562,13 Meter hohe Mount Meru auf dem Programm. Der Mount Meru ist der dritthöchste Berg Afrikas und liegt ca. 60 km südwestlich des Kilimanjaro. Gegen 7:00 Uhr morgens ging es mit dem Bus Richtung Arusha National Park. Einer nicht befestigten Straße folgend erreichten wir das Gate des Nationalparks.

Ein kleines Modell des Mount Meru.

 

Am Gate wurden die Gepäckstücke gewogen und bürokratische Angelegenheiten, wie das Bezahlen der Eintrittsgebühren, gelöst. Ein paar Kilometer weiter beim Mormella Gate teilten sich die Träger unsere Gepäckstücke und die Lebensmittelvorräte untereinander auf. Ein lokaler Guide und ein Koch gesellten sich auch zu uns. Außerdem bekamen wir noch einen speziellen Begleiter. Ein Ranger mitsamt Gewehr begleitete unsere Gruppe. Das Gewehr diente aber wohl nur der subjektiven Sicherheit unserer Gruppe. Ich genoss in der Zwischenzeit die afrikanische Sonne, was ich aber schon bald bereuen sollte. Ich hatte zwar Sonnencreme eingepackt, aber noch keine aufgetragen. Nachdem wir mit einem Lunchpaket und reichlich Wasser versorgt wurden, konnten wir aufbrechen.

Panorama des Mount Meru.

Der Berg ruft

Zuerst wanderten wir über eine Ebene. Begleitet wurden wir von einer Herde Büffel, die sich in unmittelbarer Nähe befand. Giraffen und Zebras konnten wir auch ausmachen. Nachdem erstes sanftes Anstieg waren wir auch schon im Urwald. Nach kurzer Zeit überholten uns auch schon die ersten Träger. Sie sind natürlich vollkommen akklimatisiert und gehen die Wege sehr oft. Unser Ziel für diesen Tag lautete Miriakamba Hut. Diese liegt auf ca. 2.500 m. Wir sollten also gut 1.000 Höhenmeter überwinden. Nach beinahe vier Stunden kamen wir an der Miriakamba Hut an. Die Nächte am Mount Meru sind, im Gegensatz zum Kilimanjaro, recht gemütlich. Die als Hut bezeichneten Plätze sind wirklich Hütten mit Zimmern, in denen geschlafen und gegessen wird. Nach der Ankunft an der Hütte wurden wir mit heißem Tee und Popcorn versorgt. Von diesem Lagerplatz aus hat man eine wunderschöne Sicht auf den nicht weit entfernten Kilimanjaro.

Büffelherde am Fuße des Mount Meru.

Giraffen am Fuße des Mount Meru.

Ich erkundete noch etwas die Gegend und die heimische Flora. Bei Anbruch der Dunkelheit gab es noch ein vorzügliches Abendessen. Danach unterhielten wir uns noch ein bisschen. Die Gruppe konnte sich so besser kennen lernen. In bester Stimmung kehrten wir in unsere Zimmer zurück. Die Räume waren für eine Berghütte in Afrika ziemlich komfortabel eingerichtet.  Zwei Stockbetten, ein kleiner Tisch und ein Stuhl. Im Bett meldete sich erstmals der Sonnenbrand. Ich verfluchte mich innerlich, weil ich keine Sonnencreme aufgetragen hatte.

Blick vom Mount Meru

Ausblick vom Mount Meru

Die zweite Etappe

Am nächsten Tag wurden wir von der Sonne geweckt. Um 7:00 sollte es Frühstück geben. Ich war schon etwas früher auf den Beinen und genoss die klare Bergluft des Mount Meru. Außerdem habe ich die Zeit genutzt  um mich zu waschen. Als ich bei den Waschbecken zugange war, tauchte plötzlich ein Giraffenkopf aus den Baumwipfeln auf. Zu meiner Verwunderung hat sie meine Präsenz nicht gestört. Im Gegenteil, die Giraffe hat mir interessiert bei meiner Katzenwäsche zugesehen. Ich hingegen war wegen ihrer Gegenwart etwas verwirrt und beendete zögerlich und ohne hastige Bewegungen meine Körperpflege.

Nach und nach versammelte sich die Gruppe in freudiger Erwartung auf die Mahlzeit vor den Gebäuden  Das Essen fiel sehr üppig aus. Es gab Toast, Marmelade, Omelette, Würstchen und vieles mehr. Nach dem Frühstück packten wir rasch zusammen und machten uns bestens gelaunt auf den Weg. Nur mein Sonnenbrand machte mir zu schaffen. Um ihn zu bekämpfen trug ich meine Regenjacke. Schon nach ein paar Minuten am Weg erfolgte eine große Überraschung: Treppen. Damit hatte wohl keiner gerechnet. Unser lokaler Bergführer erklärte mir, dass die Treppen den Boden vor der Erosion durch die Wanderer schützen sollten.

Nach einiger Zeit fiel mir auf, dass unser Ranger nicht bei der Gruppe war. Unser österreichischer Bergführer meinte, dass er das Essen nicht vertragen und Durchfall bekomme hätte. Deshalb musste er wieder absteigen. Ein Scherz, wie ich vermute.

So wanderten wir einige Stunden im Urwald. Dieser erfüllte auch alle Klischees. Dicht gewachsen, vielfältig gekrümmte Bäume, saftiges Grün, undurchdringlich. Am Wegesrand entdeckte ich immer wieder unbekannte Blumen und andere Pflanzen. Nach etwas mehr als zwei Stunden lichtete sich der Wald immer mehr. Zusehends wurden die Bäume von Büschen abgelöst. Nach weiteren Stunden lichtete sich auch dieses Buschwerk und wurde von einer bekannten Landschaft abgelöst. Hätte ich nicht gewusst, dass ich mich in Afrika befinde, hätte ich wetten können, ich wäre auf einer Alm in den Alpen gewesen. Gut, vielleicht nicht ganz identisch, aber meine Erinnerungen wurden geweckt.

Urwald am Mount Meru.

Urwald am Mount Meru.

Auf dem Weg zur Miriakamba Hut.

Der erste Gipfel

Nach beinahe sechs Stunden Marsch erreichten wir die nächste Hütte. Nämlich die Saddle Hut auf 3.500 Meter. Bei der Ankunft wurden wir auch schon mit einem Snack erwartet. Es gab Tee und Popcorn. Ausgeruht und gestärkt brachen wir zu einer Akklimatisierungstour auf. Es galt weitere 300 Höhenmeter zum Gipfel des Little Meru zu überwinden. Um sich gut zu akklimatisieren sollte man an höhere Orte aufsteigen, dort etwas Zeit verbringen und wieder zu einem niedrigeren Platz absteigen. Der Weg zum Gipfel des Little Meru war nicht weiter beschwerlich und auch schnell geschafft. Der erste Gipfel der Reise war somit bezwungen.

Die Saddle Hut am Mount Meru

Am nächsten Tag stand der Gipfel des Mount Meru auf dem Programm. Zu diesem würden wir noch während der Dunkelheit aufbrechen.  Nach dem Abendessen haben wir uns also in die Betten verabschiedet um fit für den Gipfel zu sein.

Wolken vor dem Mount Meru

7 Kommentare

  1. Der Kilimanjaro und Afrika generell hört sich spannend an. Ich selbst war noch nicht dort – Afrika ist noch ein sehr „weißer Fleck“ auf meiner Landkarte. Aber was noch nicht ist kann ja noch werden. 😉 Weiterhin viel Spaß beim Reisen!

    • Hallo Gerhard. Afrika ist sehr spannend, dort gibt es ziemlich interessante Länder. Außerdem ist die afrikanische Küche vielseitiger und wohlschmeckender als man glaubt. 😉

      lg
      Max

  2. Wow! Ich bin zwar der absolute Anti-Wanderer aber die Aussicht, der Dschungel. Hach, einfach toll. Ich bin gespannt wie es weiter geht und ich hoffe der Sonnenbrand war nicht mehr so schlimm. 😉

    Liebe Grüße
    Christina

    • Hallo Christina. Wenn man in der Umgebung des Kilimanjaro nicht zum Wanderer wird, wo dann? 😉 Der Sonnenbrand hat mich leider ein weites Stück des Wegs begleitet. 😉

      lg
      Max

  3. Da fällt mir auch nur WOW zu sein. Habe von Kollegen die das gemacht haben nur gehört das die Beisteigung MEGA-anstrengend sein soll. Die Wanderung durch den Wald ist ja schon mal sehr spektakulär. Ich bin gespannt wie es weitergeht. Liebe Grüße, Nadine

  4. Pingback: Mount Meru – Besteigung | Stories & Places

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