Kilimanjaro: Mount Meru – Gipfeltag

Aufbruch in höhere Gefilde

Um kurz nach 02:00 Uhr in der Nacht wurden wir auch schon wieder geweckt. Um 03:00 Uhr wollten wir zum Gipfel aufbrechen. So bald in der Früh‘ war ich noch nicht wirklich hungrig. Den anderen der Gruppe ging es nicht anders. Trotzdem zwangen wir uns, ein paar Kleinigkeiten zu essen. Als wir aufbrachen, war es noch stockdunkel. Der Himmel war aber so klar, dass man die Sterne wunderbar sehen konnte. Das einzige Licht am Boden war jenes unserer Stirnlampen. Von der Umgebung haben wir so nicht viel wahrnehmen können. Nach kurzer Zeit erreichten wir den Rhino Point auf 3.860 Meter. Hier wurde einmal ein totes Nashorn gefunden, deshalb auch der Name.

Der Rhino Point am Mount Meru.

Weiter ging es durch die Nacht. Es warteten noch zwei leichte Kletterpassagen und jede Menge Geröll und Asche. Doch dann durchbrachen endlich die ersten Sonnenstrahlen die schier endlose Dunkelheit der Nacht. Das einfallende Licht gibt die Sicht auf weite Stein- und Aschefelder frei. Der letzte Abschnitt zum Gipfel führte am Krater des Vulkans entlang, neben uns ging es viele Meter in die Tiefe. Durch die Beschaffenheit des Bodens war der Aufstieg beschwerlich. Der Untergrund war tief und einigermaßen rutschig. In dieser Höhe habe ich schon die Auswirkungen der dünnen Luft gespürt. Seit einiger Zeit konnten wir schon den Gipfel sehen, wir schienen ihm aber nicht näher zukommen. Die Aussicht entschädigte aber für alle Mühen. Der Blick auf den nicht weit entfernten Kilimanjaro ist unbezahlbar.

Blick vom Kraterrand des Mount Meru.

Blick auf den Kilimanjaro vom Mount Meru.

Der Schatten des Mount Meru bei Sonnenaufgang.

Mount Meru… done

Gegen Mittag haben wir dann endlich den Gipfel erreicht. In 4.560 Meter Höhe feierten wir unseren zweiten Gipfelsieg in zwei Tagen. Mein Onkel und ich hatten Bier für diesen Anlass gekauft, andere hatten selbstgemachten Schnaps mit. Wir machten noch jede Menge Fotos und genossen ausgiebig die weite Aussicht. Der Kilimanjaro schien zum Greifen nahe.

Kurz vor dem Gipfel des Mount Meru.

Am Gipfel des Mount Meru.

Das Kilimanjaromassiv vom Gipfel des Mount Meru aus gesehen.

Nach ungefähr 30 Minuten machten wir uns wieder auf den Weg zur Saddle Hut. Der Abstieg dauerte ebenfalls mehrere Stunden. Erst jetzt, im Licht des Tages, konnte ich die Schönheit des ganzen Wegs fassen.

Der Krater des Mount Meru.

Der Gipfel und Kraterrand des Mount Meru.

Gegen 17:00 Uhr erreichten wir schlussendlich wieder die Saddle Hut.  Bei der Ankunft an der Hütte konnten wir uns über eine kleine warme Mahlzeit freuen. Es gab Bratkartoffel. Weil es zwei Stunden später bereits das Abendessen geben sollte, waren die Portionen nicht allzu üppig. Bis zum Abendessen hatten wir Zeit um uns auszuruhen. Einige aus der Gruppe nahmen dieses Angebot dankbar an. Ich hingegen wollte mich noch etwas in der Gegend umsehen. So wanderte ich noch in der Umgebung der Hütte herum. Zum Abendessen gab es Bratkartoffel mit Fisch und Gemüse. Nach diesem anstrengenden Tag ließen wir uns unsere wohlverdiente Gipfelstürmer-Mahlzeit richtig schmecken. Trotzdem war ich später froh, endlich ins Bett zu kommen.

Um 7:00  Uhr war Tagwache. Eine dreiviertel Stunde später brachen wir ins Tal auf. Von der Saddle Hut bis zur Miriakamba Hut brauchten wir keine zwei Stunden. Beschwingt von den Erfolgen der letzten Tage schafften wir die Strecke bis zum Momella Gate in weiteren zwei Stunden. Es war sonnig und warm. Ich litt aber Höllenqualen wegen dem noch immer schmerzenden Sonnenbrand.

Zurück in die Stadt

Am Gate erwarteten uns die Träger. Nach einem kleinen Snack folgte die Verabschiedung von den lokalen Helfern. Die Träger, der Koch und der Guide bekamen außerdem noch etwas Trinkgeld.  Nach den sonstigen und wieder etwas langwierigen Formalitäten am Gate fuhren wir zurück ins Hotel nach Arusha.

Nach einer ausgiebigen Dusche machten sich mein Onkel und ich noch einmal auf in die Stadt. Wir wollten wieder die einheimische Küche genießen.

Später am Abend packten wir dann die nötigen Sachen für die Besteigung des Kilimanjaro zusammen. Die Regenschirme durften dabei natürlich nicht fehlen. Wir hofften trotzdem, dass wir sie nicht benötigen würden.

6 Kommentare

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  2. Wow, sehr genial! Gratulation zu diesem ersten Erfolg. Die Bilder sind wirklich toll und wenn ich das ganze Zeut nicht selbst raufkraxeln müsste, wäre ich wohl fast dabei. ;-D

    Schöne Grüße
    Christina

    • Hallo Christina!

      Es freut mich, dass dir die Bilder gefallen. Für’s Besteigen von Bergen bist du nicht zu haben? 😉

      lg
      Max

      • *hust* Ehm. Nein.
        Ich bin für Sport nicht zu haben. xD Mich muss man ja schon zum Wandern – oder sollte ich es eher „an einer hübschen Kulisse entlanglaufen, ein bisschen aufwärts, und sich nur durch Kässpätzle motivieren können“ nennen? 😉

        Liebe Grüße
        Christina

    • Hallo Marianna!

      Genau, ich war auch ziemlich verwundert welchen Schatten ein eigentlich zerklüfteter Berg wirft. Als wäre man in Ägypten.

      lg
      Max

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