Kilimanjaro: weiter nach oben

Der Mawenzi vom Barafu Camp aus gesehen.

Porridge an der „Breakfast“

Die Nächte am Kilimanjaro sind für mich trotz der Kälte erholsam. Die Anstrengungen der letzten Tage lassen mich alle Widrigkeiten vergessen. Zum Frühstück gab es unter anderem wieder Porridge. Mittlerweile habe ich mich an den Geschmack gewöhnt, verfeinert mit viel Zimt und Honig. Das Essen fand im Freien statt, weil es bereits in der Früh sehr sonnig und warm war. Unser Tisch war in Richtung Great Barranco Wall, auch „Breakfast“ genannt, ausgerichtet. Die etwa 300 Meter hohe Wand war ein imposanter Anblick und Beginn unserer heutigen Etappe. Zum Glück sind wir früh aufgestanden, denn in der Wand muss man stellenweise klettern und kann andere fast nicht überholen. Das ist besonders für die Träger ärgerlich, weil sie die Strecke mehrmals bewältigen mussten. Nach dem Frühstück machten wir uns also für den nächsten Abschnitt am Kilimanjaro zurecht. Da bemerkte ich eine Milchpfütze am Boden unter unserem Frühstückstisch. Eine Milchpackung war undicht. Mit den Worten „The milk carton is leaking!“ machte ich den lokalen Guide darauf aufmerksam. Seine Antwort „It’s OK, we‘ re going to collect it.“ brachte uns alle zum Lachen. Man sieht, auch am Kilimanjaro ging es lustig zu.

Die Great Barranco Wall am Kilimanjaro.

Das Ziel ist zum Greifen nahe

Die Besteigung der Great Barranco Wall war weniger anstrengend als ich erwartet hatte und machte sogar Spaß. Nach ungefähr einer halben Stunde waren wir oben angelangt. Von dieser Höhe hatte man einen wunderbaren Ausblick auf den Mount Meru und konnte auch schon den Rand des Kraters erkennen. Hier wurde mir klar, dass der Kilimanjaro wirklich ein Vulkan war. Von der Great Barranco Wall führte der Weg bergauf und bergab bis zum Karanga Camp auf ca. 4.000 Meter. Dort legten wir eine Mittagspause ein. Ab hier wurde es für die Träger noch einmal schwieriger. Am Karanga Camp waram Kilimanjaro  nämlich die letzte Möglichkeit Wasser aufzunehmen. Der immer steiler werdende Weg führte wie am Tag zuvor durch eine karge Fels- und Gerölllandschaft. Die Aussicht auf den Kibo, den Mawenzi und Mount Meru entschädigen aber für die Mühen.

Der Mawenzi vom Barafu Camp aus gesehen.

Das letzte Camp

Nach mehr als sieben Stunden erreichten wir sehr „pole! pole!“ das Etappenziel – das Barafu Camp auf 4.600 Meter. Es war das unwirklichste Camp am Kilimanjaro. Ich konnte keine Vegetation entdecken, hin und wieder huschte eine Streifenmaus über die nackten Felsen. Ein starker Wind zog an unserer Kleidung, dieser sollte sich während unserer gesamten Anwesenheit nicht legen. In dieser Höhe fiel das Atmen schon merklich schwerer.

Bei unserer Ankunft waren schon unsere Zelte aufgebaut. Haken und Seile waren mit Felsen beschwert. Das war auch gut so, denn ein Zelt einer anderen Gruppe wurde über einen steilen Abhang geweht. Gott sei Dank war es gerade erst aufgebaut worden und so wurde niemand verletzt. Sogar die Klohäuschen hatten ein Fundament, welches noch zusätzlich durch Steinplatten beschwert war.

Das Barafu Camp am Kilimanjaro.

In der Ruhe liegt die Kraft

Am nächsten Tag stand der Gipfelsturm auf dem Programm, deshalb gab es sehr früh Abendessen. Außerdem wurden wir nachher in die Zelte geschickt um Kraft für den anstrengenden Gipfeltag zu tanken. An Schlaf war aber nicht  zu denken. Der Kilimanjaro machte es uns sehr schwer. Der Wind zerrte am Zelt und die Luft ist zu dünn. Wir versuchten nur uns so gut wie möglich auszurasten. Irgendwann schlief ich dann doch ein.

Um 23:00 Uhr klingelte dann auch schon der Wecker.

 

4 Kommentare

  1. Wow, ich bin gespannt wie es weiter geht und die Bergbilder sind einfach unglaublich hübsch.
    Toll, toll!

    Liebe Grüße
    Christina

    • Danke sehr. Eigentlich bin ich nämlich der schlechtere Fotograf, darum freut mich das Lob besonders.

  2. Wow, nicht schlecht! Diese Berge sehen echt riesig aus!

    @Max: hast echt einen coolen Blog! Viel Glück da und viele Leser!

    Gruß Richard

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