Kilimanjaro: Gipfeltag

Krater und Kraterrand des Kilimanjaro.

Aufbruch zum Gipfel

Um 23:00 Uhr war es stockdunkel, doch es war bereits reges Leben in das Lager eingekehrt. Überall sah man das Licht vieler Stirnlampen. Der Wind hatte sich nicht gelegt und senkte die Temperatur auf gefühlte -20 Grad Celsius. Laut Information des österreichischen Bergführers war es tatsächlich -10 Grad Celsius kalt. Der Kilimanjaro hatte kein Mitleid mit uns. Zum Frühstück gab es Tee und Kekse. Ich war nicht hungrig, trank aber viel Tee um warm zu werden. Kurz nach Mitternacht ging es los. Die letzte Etappe der Kilimanjarobesteigung. Vor uns warteten sechs Stunden Aufstieg und ein ebenso langer Abstieg auf 3.100 Meter zum Mweka Camp. Beim Aufstieg begleiteten uns nur noch die lokalen Guides, die Träger stiegen etwas später bereits zum nächsten Lager ab. Der Weg führte über eine endlos erscheinende Geröllhalde, deren Untergrund gefroren war. Langsame Bewegungen und viel Flüssigkeitsaufnahme sind in dieser Höhe das Gebot der Stunde. Immer „Pole! Pole!“. Die Luft wurde immer dünner, das Atmen fiel merklich schwerer. Nach etwa vier Stunden wurde der Rebman-Gletscher von den ersten Sonnenstrahlen erhellt.

Der Rebmann Gletscher bei Sonnenaufgang.

Der Rebmann Gletscher beim Aufstieg.

Mit dem Stella Point am Kraterrand auf 5.745 Meter erreichten wir das erste Ziel kurz nach Sonnenaufgang. Hier wartete ein Blick über Eis und Schnee, die von der Sonne beschienen, golden funkeln. Vom Stella Point waren es noch etwa 150 Höhenmeter bis zum Gipfel.

Kilimanjaro….done

Eine halbe Stunde kräftezehrenden Aufstiegs später war der Gipfel erreicht. Der Uhuru Peak auf 5.895 Meter. Der Gipfel des Kilimanjaro. Uhuru bedeutet auf swahili übrigens „Freiheit“. Ein sehr gut gewählter Name, wie ich finde.

Krater und Kraterrand des Kilimanjaro.

Der Krater des Kilimanjaro.

Da es ein sonniger Tag war, konnte man etwa 300 km nördlich sogar den 5.200 Meter hohen Mount Kenya sehen. Nach einer halben Stunde Freude, Glückwünsche und natürlich wieder Schnaps wartete noch der lange Abstieg. Dieser erfolgte über die Mweka Route. Der Abstieg zum Barafu Camp war in der Hälfte der Zeit des Aufstiegs geschafft. Dort gab es reichlich Tee und ein kleines Mittagessen. Nach der Stärkung brachen wir wieder auf. Durch die Müdigkeit und Anstrengung erschien mir der Weg zum Mweka Camp wie eine halbe Ewigkeit. Ich spürte aber deutlich, dass die Luft wieder sauerstoffreicher wurde. Mit jedem Schritt und jedem Atemzug fühlte ich mich besser. Einige Stunden später hatten wir aber auch diesen Abschnitt des Wegs geschafft. Am frühen Abend erreichten wir unseren letzten Lagerplatz am Kilimanjaro. Nach einem gemütlichen Abendessen schlüpften wir in unsere Schlafsäcke und konnten uns endlich von den Strapazen des Tages erholen.

Abschied vom Kilimanjaro

Ich schlief wie ein Stein. Die letzte Nacht am Kilimanjaro war die erholsamste. Unsere Begleiter waren gnädig und ließen uns lange schlafen. Erst am späten Vormittag marschierten wir nach einem ausgiebigen Frühstück ab. Zum letzten Mal genoss ich den köstlichen Haferschleim. Die letzte Etappe unserer Kilimanjarotour führte uns durch den Urwald zum Mweka Gate.

Der Kilimanjaro vom Mweka Camp aus gesehen.

Dort erwartete uns noch die Verabschiedung von den lokalen Helfern. Wie üblich wurden wir durch den Gesang der Träger vom Kilimanjaro verabschiedet. Nachdem das Trinkgeld übergeben wurde , überließen wir den Trägern, Guides und dem Koch noch ein paar Ausrüstungsgegenstände.

Nach den üblichen Formalitäten genehmigten wir uns noch ein Bier und frische Früchte. Danach ging es zurück in das Hotel nach Arusha. Bei einer ausgiebigen Dusche und einem köstlichen Abendessen konnte ich das Erlebnis „Kilimanjaro“ Revue passieren lassen. Vor mir lagen noch ein paar Tage zum Erholen und Entdecken der afrikanischen Flora und Fauna im Tarangire Nationalpark.

5 Kommentare

  1. Sehr cooler Bericht. So ne Bergbesteigung wär überhaupt nicht mein Ding, auch wenn es sicher ein unglaubliches Gefühl ist die Welt zu Füssen liegen zu haben. Respekt! Habe vom Kilimanjaro immer nur gehört wiiiieee krass anstrengend die Besteigung war. Manche haben vorher schon aufgegeben. LG, Nadine

    • Ganz oben zu stehe ist schon sehr beeindruckend, aber der Weg ist das Ziel. 😉 Eigentlich ist nur die letzte Etappe richtig anstrengend, weil sie so lange dauert und die Luft immer dünner wird.

  2. Spannend. Schritt für Schritt ging es hinauf auf den Berg. Tolle Blicke, die mir auch gefallen würden – aber ob da auch meine Knie mitmachen würden? *räusper*

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