Kurztrip mit dem Twin City Liner nach Bratislava

Bratislava bei Nacht

Die Türe der Captain’s Lounge lässt sich nur schwer öffnen. Kein Wunder bei annähernd 70 km/h. Aber alles der Reihe nach.

Letztes Wochenende stand ein Kurztrip nach Bratislava auf dem Programm. Per Bus, Bahn oder doch mit dem PKW? Diesmal verschlägt es uns auf’s Wasser, denn die Crew des Twin City Liners hat uns auf eine Fahrt eingeladen. Seit einigen Jahren verkehren nämlich regelmäßig Schiffe zwischen Wien und der slowakischen Hauptstadt.

Twin City Liner

Unsere Fahrt mit dem Twin City Liner nach Bratislava begann am Schwedenplatz, dort hat man an prominenter Stelle ein ziemlich stylisches Ticketcenter gebaut. Auf dem Weg zum Schiff treffen wir die anderen eingeladenen Blogger (Angelika, Petra,  Carmen und Eva) und werden wir von der Mannschaft begrüßt, die Tickets werden kontrolliert. Die Passagierkabine ist ziemlich geräumig und bietet für mehr als 100 Personen Platz. Wir dürfen aber in der Captain’s Lounge am Oberdeck mitfahren.

Twin City Liner

Aus Sicherheitsgründen müssen wir die Fahrt auf dem Donaukanal im Sitzen genießen. Aus dieser Perspektive haben wir Wien auch noch nicht erlebt. Nach etwa 20 Minuten sind wir endlich auf der Donau. Die aufheulenden Motoren, die das 40 Tonnen schwere Schiff mit etwa 2.000 PS auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigen, sind der Startschuss an Deck zu gehen. Der Fahrtwind bringt an diesem heißen Tag die gewünschte Abkühlung. Wem das zu viel Wind ist, empfehlen wir das Heck aufzusuchen, dort ist es nahezu windstill. Die Sonne kann man so trotzdem genießen.

Unser Weg führt uns an unzähligen kleinen Fischerhütten durch den Nationalpark Donau-Auen unaufhaltsam Richtung österreichisch-slowakischer Grenze. Die ist dann auch mit der Mündung der March in die Donau erreicht. Auf der linken Seite ist die Ruine der Burg Devín, die imposant auf einem Felsen thront, zu sehen.

Nur kurze Zeit später legt der Katamaran in Bratislava an. So wie in Wien ist der Anlegeplatz in der slowakischen Hauptstadt nahe dem Zentrum. Dort erwartet uns schon Richard, der uns heute seine Stadt vorstellen wird.

Über die Mostová Ulica geht es Richtung Altstadt. Und weil die Altstadt von Bratislava flächenmäßig relativ klein ist erreichen wir auch schon Hviezdoslavovo Namastie, einen langgezogenen Platz, der von unzähligen Bars, Restaurants und Cafes gesäumt ist. Das architektonische Highlight ist das slowakische Nationaltheater.

Nationaltheater

Bratislava Stadplatz

Die Altstadt präsentiert sich äußerst sympathisch, überall gibt es Geschäfte, Restaurants, Bars und viele andere Möglichkeiten etwas zu entdecken. Schon früh bemerken wir die ausgelassene und offene Stimmung, hier ist etwas los. Wenig später stehen wir auch schon am Hlavné námestie, dem Hauptplatz Bratislavas. Dort befindet sich das berühmte Kaffee Mayer und das alte Rathaus. Außerdem finden hier im Sommer Konzerte und andere Aufführungen statt.

Bratislava Bars

Nicht weit weg befindet sich das Primatialpalais, dort wurde am 26. Dezember 1805 der Pressburger Frieden zwischen Österreich und Frankreich geschlossen.

Das Primatialpalais in Bratislava

Ein besonderes Highlight in der Altstadt ist das Michaelertor (Michalská brána). Es ist das einzige Tor der mittelalterlichen Stadtbefestigung, das erhalten geblieben ist. Im Turm ist heute eine Waffenausstellung zu sehen.

Das Michaelertor in Bratislava

Schon von Weitem kann man die Nový most, die neue Brücke, sehen. Sie liegt am Rand der Altstadt und ist für ihr UFO-förmiges Restaurant in über 80 Metern Höhe bekannt.

Auch in der Slowakei folgt man dem weltweiten Trend „Eisbar“. Bei -8 Grad Celsius ist das Amundsen im hochsommerlichen Bratislava jedenfalls eine willkommene Abkühlung.

Die Eisbar Amundsen in Bratislava

Nach ein paar Drinks spaziert unsere kleine Gruppe noch einmal durch die Altstadt. Um 22.30 Uhr nehmen wir den letzten Twin City Liner zurück nach Wien. Am Abend haben wir vom Schiff aus einen herrlichen Blick auf das beleuchtete Bratislava.

Bratislava Nacht

Die Fahrt durch den Donaukanal bietet auch eine ungewohnte Perspektive auf das nächtliche Wien.

Ein Kurzbesuch in Bratislava zahlt sich aus, die Sehenswürdigkeiten können innerhalb relativ kurzer Zeit erkundet werden. Die Szenerie in der Altstadt könnte sich genauso in einer Küstenstadt am Mittelmeer abspielen, Urlaubsfeeling pur.

Hinweis: Die Fahrt und der Aufenthalt erfolgte auf Einladung von Twin City Liner. Unsere Eindrücke und Meinungen sind davon aber unabhängig.

2 Kommentare

  1. Bratislava ist auch einen längeren Besuch wert – dann kann man die Altstadt nämlich auch ohne die zahlreichen Touristen-Gruppen genießen 😉 Einfach durch die engen Gassen und dem Kopfsteinpflaster spazieren und die Atmosphäre auf sich einwirken lassen. Meine Tipps (auch für Kurzreisende): Altstadt, Burg (wunderschöne Aussicht), Blaue Kirche (einzigartig), UFO Observation Deck (guter Ausblick auf die Altstadt vom anderem Ufer) & Fernsehturm (atemberaubende Aussicht auf die Stadt, Karpaten, Donau und über die Grenzen nach Ungarn, Österreich und Tschechien.)

  2. Wow. Ich muss schon sagen, dass ich Bratislava vollkommen unterschätzt habe. In Anbetracht deines Berichts und deiner Bilder muss ich meine anfangs eher skeptische Haltung revidieren. Bratislava scheint echt einen Besuch wert zu sein :).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.