Frühstück auf dem Mount Batur

mount batur bali

Der Wecker reißt uns aus dem Schlaf. Es ist 1.30 Uhr. In diesem Moment bereuen wir zum ersten Mal, dass wir uns für eine Tour auf den Mount Batur entschieden haben. Es ist einfach zu früh. Viel zu früh. Aber es hilft nichts, wir müssen uns fertig machen um unseren Transfer zum Vulkan um 2 Uhr zu bekommen.

Der Busfahrer ist fast pünktlich. Die 15 Minuten, die er zu spät gekommen ist, würden auch bei uns noch als akademische Viertelstunde durchgehen. Im Wagen sitzen schon zwei andere Bergsteigerinnen. Sie sind aus Schweden und ihrem Gesichtsausdruck nach noch müder als wir.

Wir fahren die kurvigen Straßen entlang. Bergauf und bergab. Bis wir in einem weiteren Hostel ankommen und die letzten zwei Bergsteiger aufsammeln. Das Auto ist voll, wir sind komplett und fahren zum Fuße des Mount Batur.

Es ist fast drei Uhr, als wir im Basecamp ankommen. Dort bekommen wir Bananenpancakes mit Schokolade und Kaffee. Nach gut zwei Wochen auf der Insel hat man sich an den Kopi-Kaffee gewohnt und schluckt nicht mehr so viel Kaffeesatz. Das freut die Geschmacksnerven. Das Frühstück hat unsere Reisegruppe von den Toten erweckt. Wir erfahren, dass wir mit zwei Schwedinnen und einem (wie sich später herausstellt Selfie-verrückten) Pärchen aus Australien den Mount Batur besteigen werden. Die ersten Witze über das, was uns erwartet, werden gemacht und wir schnappen uns eine Wasserflasche bevor wir zurück zum Auto gehen.

Die letzte Fahrt vor dem Aufstieg dauert knapp 15 Minuten. Der Parkplatz ist voll von anderen Touristen, Reiseführern und Taxifahrern. Wayane, unser Guide, stellt sich vor und drückt jedem eine Taschenlampe in die Hand. Wir testen die Lampe fragen Wayane wie lange wir bis Krater brauchen werden. „Gut zwei Stunden. Ein paar Stellen sind etwas ’slippy‘, wir müssen vorsichtig sein. Würde ich alleine gehen, schaffe ich den Aufstieg in 45 Minuten“. Er weiß zu motivieren, der gute Mann.

70 oder 80 Lichtkegel wandern vor uns auf den Vulkan. Die ersten hundert Meter bestehen aus einer normalen Wiese die dann in einen Kiesweg übergeht. Nach ein paar weiteren Hundert Metern gehen wir auf feinem Vulkansand. Es ist ruhig, man sieht tausende Sterne am Firmament. Die anfängliche Kälte ist weg und wir binden uns unsere Jacken um die Hüfte. Nach einem leichten Anstieg beginnt der Vulkan steiler und auch steiniger zu werden. Wir verstehen jetzt auch, was er unter ’slippy‘ versteht und konzentrieren uns ganz auf unsere Schritte. Es hat etwas sehr meditatives: die klare Luft, die Sternklare Nacht und die vielen Leuchtkegel, die uns den Weg auf den Berg weisen.

Mount Batur Bali

Frühstück im Vulkan gekocht

Drei Pausen, unzählige Aussrutscher und zwei Stunden später haben wir unser Ziel erreicht. Wir setzen uns auf eine Bank und machen uns für ein ganz besonderes Spektakel bereit: den Sonnenaufgang. Während wir auf die ersten Sonnenstrahlen warten, bereitet uns Wayane das Frühstück im Vulkan zu: Bananentoast und ein Ei, dass im Vulkandampf gegart wird.

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Während wir den Bananentoast und das hart gekochte Ei genießen, gesellen sich streunende Hunde und Affen zu uns in der Hoffnung, dass sie etwas von unserem Frühstück abbekommen. Mit Erfolg. Wegen eines dicken Nebelvorhanges war das Füttern der streunenden Tiere spannender, als den nicht sichtbaren Sonnenaufgang zu beobachten. Das Glück war aber auf unserer Seite und zum Schluss hat sich der Nebelvorhang doch etwas gelichtet und wir konnten den Sonnenaufgang bewundern. Egal wir anstrengend ein Aufstieg auf einen Berg oder Vulkan auch immer  ist: Ein Sonnenaufgang, und seien es nur ein paar Minuten, entschädigt für alles. Alle Bergsteigerinnen und Bergsteiger stehen mit ihren Kameras und Smartphone am Rande des Kraters und halten die in lila, rot und orange getauchte Landschaft fest.

Mount Batur Bali

Gestärkt und von Glückshormenen beflügelt erkunden wir den Krater, sehen uns die „Feuerstelle“ an, in der unser Frühstück zubereitet wurde, und machen Videos von den frechen Affen, die anderen das Essen, Sonnenbrillen und Cappies klauen. Wayane sammelt in der Zwischenzeit Müll ein. Das ist eine Maßnahme, mit der Bali dem Abfallproblem entgegnen möchte: Jeder Guide bekommt einen Müllsack mit auf den Mount Batur und muss diesen voll wieder mit nach unten nehmen.

Mount Batur Bali

Nachdem wir jeden Centimeter im und um den Krater fotografiert haben, beginnen wir mit dem Abstieg. Wir wählen eine andere Route die zwar nicht mehr so steinig, durch den feinen Vulkansand aber sehr rutschig ist. Von trockenen Felsen ändert sich die Vegetation in saftig grüne Gräser, Nadel- und später auch Laubbäume, je weiter wir nach unten kommen.

Gegen 10 Uhr stiegen wir wieder in unser Taxi und fuhren zurück nach Ubud.

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